12 Jun

Systemspiel (Update)

Schon 2017 habe ich über das Schweizer System geschrieben, bzw. eine Variante davon: Wir würfeln nämlich nicht nur gleich starke Teams in Matches gegeneinander, wir würfeln auch noch ungefähr gleich starke Partner in diese Teams!

Wir haben das jetzt ein bisschen aus der Not verfeinert, weil bei den Overall-Turnieren in Köln und Bielefeld flotte Formate gefragt waren, die mehreres leisten müssen:

  • Spaß für Neulinge und Fortgeschrittene
  • Schnelle Klärung der Platzierung
  • Einfache Handhabung

Mittlerweile denke ich, dass wir für 8 bis 19 Spieler damit ein Format haben, das einem klassischen Queen/ King of the Court insofern überlegen ist, dass es echt flott zu sinnvollen Begegnungen und einer aussagekräftigen Rangliste führt. Mit mehr Zeit kann man natürlich trotzdem super ein Quing of the Court spielen!

Bielefelder Systemspiel

Ich claime dieses Format jetzt einfach mal als Bielefelder Systemspiel, wir haben da so lange dran rumgeschraubt, ich finde das dürfen wir jetzt.

Um das Format zu begreifen, muss man sich klarmachen, dass zwei Sachen gleichzeitig gefragt sind: (1) Gute Begegnungen, (2) klare Rangliste.

Wir spielen mit 2 Courts bei 8-11 Leuten, 3 Courts bei 12-15 Leuten, 4 Courts bei 16-19 Leuten. Diese Courts sind hierarchisch: Die besten Spielenden spielen auf dem “höchsten” Court. Folglich wird am besten schon für die erste Runde ge-seedet, also gemäß der Weltrangliste sortiert.

Man trägt dann die Leute gemäß dieser Rangliste in die Liste ein. So spielt dann Nummer 1 mit Nummer 4 gegen Nummer 2 und Nummer 3.

Spiel läuft ganz normal bis 15 Punkte, am Ende wird das Ergebnis eingetragen. Nun gibt es Punkte:

  • 5 Punkte für einen Sieg (schreibt man ins Feld S)
  • +1 Bonuspunkt, wenn man mit 4 oder mehr Punkten gewinnt (Feld B)
  • -1 Maluspunkt, wenn man mit 6 oder mehr Punkten verliert (Feld B)

Diese Bonus/Malus-Punkte sind wichtig, um das Feld klarer zu sortieren. Daraus ergeben sich Punkte, die in der nächsten Runde Grundlage für die Sortierung sind. Man überträgt dann die Spielenden auf die nächste Seite, und zwar von oben nach unten nach den Punkten (bei Gleichstand: von oben nach unten von der Liste).

In diesem Fall wäre die Rangfolge für die nächste Seite also:

  1. Person 6 (6 Punkte)
  2. Person 7 (6 Punkte)
  3. Person 1 (5 Punkte)
  4. Person 4 (5 Punkte)
  5. Person 2 (0)
  6. Person 3 (0)
  7. Person 5 (0)
  8. Person 8 (0)

Dies wird sofort auf dem leeren Zettel vermerkt, zusammen mit dem Punktestand – der zählt nämlich ab jetzt mit und kommt in das Feld “V” (vorhergehende Runde).

Wie ihr seht, spielen im Verlauf bunt gemischte Leute von ähnlicher Stärke zusammen. Durch die Art des Aufschreibens werden Teams nach jeder Runde auf jeden Fall aufgeknackt, dadurch gibt es zumindest die Chance, dass man oft mit verschiedenen Leuten spielt. Es ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass Paarungen sich wiederholen – dies ist hier weniger im Fokus als zB beim Quing of the Court, wo sich wirklich alle einmal treffen sollen. Stattdessen geht es hier um interessante Begegnungen und schnelle Sortierung des Feldes!

Wer 4 Spiele gewinnt, hat mindestens 20 Punkte, wenn man jedes Mal sogar hoch gewinnt, hat man 24 Punkte!

Ihr findet dieses Dokument bei den Spielplänen!

Übrigens: Falls die Spielerzahl nicht genau auf die Felder passt, warten Leute – und bekommen dafür 2 Punkte! Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man damit umgeht:
Entweder man legt von vornherein fest, dass man so viele Runden spielt, dass alle Leute gleich oft draußen waren (bei 10 Leuten z.B. warten immer 2 draußen, nach 5 Runden hat jeder mal gewartet – dann kann man sich die Punkte für’s Warten sogar sparen). Falls das nicht aufgeht (zB bei 11 oder 13 Leuten), gilt die Regel: Man muss auf keinen Fall 2x warten, sondern kommt dann gemäß der Punkte ins Spiel und die Person mit den zweitwenigsten Punkten wartet stattdessen!

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