01 Sep

Nettopunkte

Beim DDC geht es ja um verschiedene Aspekte, die wichtig sind um Punkte zu machen bzw. keine Punkte zu verlieren.

  • Würfe im Feld platzieren
  • Richtiges Timing beim angreifen
  • Erfolgreiche Escapes (Kommunikation)

Obwohl die letzten beiden Punkte das sind, was DDC ausmacht, ist der erste Punkt absolut unerlässlich und in mehrerer Hinsicht spielentscheidend, und dazu will ich heute was schreiben.

In meinen Augen geht es bei den Würfen zum Einen darum, durch Variabilität gut auf Spielsituationen reagieren zu können (Wind, Position der Gegner). Zum Anderen und für diesen Artikel vorrangig geht es natürlich darum, mehr Punkte zu machen als abzugeben. Der Einfachheit halber ignoriere ich erstmal gefangene Würfe: wenn ich bei einem bestimmten Wurf, den ich am Gegner vorbei bringe, 50% ins Aus werfe und 50% Punkte erfolgreich im Feld platziere, habe ich netto keine Punkte gemacht (Randbemerkung: Scheiben im Feld können Punkte machen oder gefangen werden, Scheiben im Aus sind immer Punkte gegen mich. Insofern muss ich deutlich mehr Scheiben ins Feld bringen, um diese 50/50 überhaupt zu erreichen.

Im Spiel stresst es mich mittlerweile überhaupt nicht mehr, wenn der Gegner unglaubliche Overheads wirft, die aber mal ins Aus gehen und mal Punkte machen. Solange das bei 50/50 ist, haben diese Würfe keinen Einfluss aufs Spiel.

Aus dem gleichen Grund ist es in den allermeisten Fällen übrigens unklug, die zweite Scheibe hinterherzuwerfen, wenn die erste droht, ins Aus zu gehen: da warten 2 Spieler, um die Scheibe zu fangen – es ist meist wahrscheinlicher, dass die Scheibe auch noch ins Aus geht, als dass zwei Leute sie nicht fangen! Das Risiko überwiegt deutlich die Chance auf Punkte.

In dem Zusammenhang – und jetzt kommen die Catches dazu – ist es enorm wichtig, weniger Scheiben fallen zu lassen. Jeder Drop ist gleichbedeutend mit einer optimal im Feld platzierten Scheibe: ich schenke dem Gegner also ein besseres Verhältnis von Treffern zu Auswürfen.

Vielleicht klingt das zu penibel, daran zu schrauben, aber die meisten Spiele enden 15:13, 15:12 oder 15:11. Das sind also 2-4 Punkte, die man entweder gemacht hat oder eben verschenkt.

Ich fasse zusammen: in Bezug auf das ganz basale Hin und Her der Scheiben gibt es folgende Einflussmöglichkeiten:

  1. Auswürfe (-1)
  2. Drops (-1)
  3. Treffer ins Feld (+1)

Mein Tipp: versteift euch nicht auf die Treffer. Klar, fühlt sich super an, aber da steht halt immer noch ein gegnerisches Team rum, das diesen Treffer verhindern will. An Auswürfen und Drops kann ich leichter arbeiten und der Gegner kann nichts dagegen tun.
Am Ende des Spiels ist egal, woher die 2 Punkte Vorsprung kommen. 2 mal die Scheibe nicht gefangen… 2 mal ins Aus geworfen… So werden Spiele entschieden.

Vorschlag 1: Wurfhierarchie

Als erstes würde ich dazu raten, sehr genau hinzuschauen, welche Würfe ich einsetze, und welche ich üben sollte.

In meinem Fall weiß ich, die Rückhand bringe ich sehr sicher rüber, linksrum wie rechtsrum. Ein “Goldwurf”. Der Overhead (halte ich für den zweitwichtigsten Wurf) ist schon mittelmäßig, da muss ich ran, da kriege ich allenfalls Silber, genauso beim Wristflip. Bei der Vorhand wird es ganz dünn, das ist meine Bronze. Das merke ich vor allem daran, dass ich die bei Turnieren quasi nicht einsetze: es geht um was, ich will mehr Sicherheit, und schon packe ich die Vorhand nicht mehr aus.

Es ist auch durchaus sinnvoll, die Würfe zu machen die man kann, aber die Silber- und Bronzewürfe kann man auch trainieren, bis man sie auf Gold beherrscht.

Vorschlag 2: Präzisionsübung

Für den Herbst will ich Würfe üben – nicht weil sie dann immer klappen, sondern weil ich den Prozentsatz an Auswürfen reduzieren will: den Aspekt habe ich ja komplett in der Hand. Ich werde dafür noch vier 13m-Linien vorbereiten, um das Feld in 9 Quadrate zu teilen. Dann wird angesagt, welches Quadrat man treffen will, und es gibt dann Punkte wenn man trifft UND die Scheibe im großen Feld bleibt.

Ich fände es interessant, dabei festzuhalten, welchen Wurf man dabei wie oft (zB von 12 Versuchen) erfolgreich unterbringt. Wenn man das über die Wochen nachhält, kann man schön sehen, wie man besser wird.

Vorschlag 3: Spielanalyse

Ich habe für unser Training ein PDF erstellt, um Spiele zu analysieren. Dabei wird für jeden neuen Punktestand eingetragen, wie der passiert ist. Dabei wird übersichtlich festgehalten, WER den Punkt verursacht hat (durch die richtige Spalte) und WAS die Person gemacht hat (Feld getroffen, aus geworfen, Scheibe gedropped, …).

Dadurch kann ich dann über die Spalte schonungslos erkennen, was jeder Spieler zum Spiel beiträgt, und woran er oder sie arbeiten muss.

Hier ein Beispiel für den Anfang beim Finale (3. Satz) beim FrühBisc in Köln:

Sofort sieht man: Team 1 hätte schon 7:2 führen können, wenn sie das Feld besser treffen. Insbesondere der Spieler in schwarz muss die Overheads verbessern, die er zu kurz wirft. Team 2 hätte mit besseren Escapes auch schon 7:3 erreichen können – die Treffer im Feld vom Spieler in Rot sind aber ein gutes Zeichen für starke Würfe!

Wenn ihr beim Training mal zu fünft seid, lohnt es sich, jemandem mit nem Ausdruck der Spielauswertung an den Rand zu setzen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.