Queen of the Disc Sports

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich mich kurz mit Jan Bass unterhalten, das ist der Macher von „The Invisible String„, dem sehr schönen Dokumentarfilm über den Frisbeesport (in dem DDC traurigerweise nicht vorkommt).

Wir sprachen natürlich über Double Disc, und Jan benutzte den Satz „DDC, queen of the Disc Sports„. Den fand ich natürlich cool, und er meinte, das hätte John Kirkland mal gesagt.

John Kirkland

John Kirkland ist ein Frisbee-Urgestein, der hat damals in den 70ern viele Leute in den USA zusammen gebracht, damit der Sport wächst, und er hat schon 1975 bei der ersten Frisbee Championship im Rosebowl gespielt (die er, soweit ich weiß, auch tüchtig mit organisiert hat).

Neulich (im Zuge meiner riesigen Liste von neuen Facebook-Freunden nach Basingstoke) fand ich John auf Facebook und habe ihn mal nach dem Zitat gefragt, und er meinte:

I believe that the quote actually was, „frisbee is the queen of all sports and DDC is the queen of frisbee.“

Ich finde diese Aussage auch in dieser Formulierung sehr spannend… Also, sie ist natürlich auch Balsam für die Seele eines DDC-Spielers, natürlich gefällt mir das, aber es ist auch spannend: Was macht DDC denn so hochrangig und edel, und wieso eigentlich Queen, also weiblich? Dazu John:

The feminine gender is traditionally used for many abstract entities, such as Mother Nature, probably because emotions can be implied.

DDC embodies all of the skills needed in other disciplines, such as power, finesse, teamwork, freestyle moves (tipping, cuffing, etc.), and has, by far, the largest variety of throws. Because of this, DDC also has the largest learning curve and the smallest attendance, and is the most fun you can have (with your clothes on…)

Alle Leute, mit denen ich gesprochen habe über die geringe Menge an Menschen, die DDC spielen, erwähnen die hohe Schwierigkeit. Ich würde noch hinzufügen: Blöd ist vor allem, dass man auch am Anfang der Lernkurve schon ein Spiel hinbekommt, aber dieses Spiel am Anfang ist nicht halb so lustig wie das in der Mitte (wo ich mich selbst vermute). Zu Beginn spielt man wenig auf Double, es gibt viele Würfe ins Aus, und der best case ist ein Hin und Her der Scheiben. Das ist langweilig, und viele Frisbeesportler probieren DDC aus, spielen dieses Spiel und denken sich: Nein danke.

Für mich als Trainer und Fürsprecher für DDC wirft das die wichtige Frage auf, wie man sinnvoll an DDC heranführen kann… Wie kann das Spiel simpel genug ausprobiert werden, sodass es Spaß macht, aber auch so umfassend, dass die Komplexität und Vielseitigkeit (die den Sport auszeichnet) rüber kommt? Der Spaß erschließt sich so richtig erst im ersten Moment, wo man erfolgreich den Escape schafft… und das ist schwierig!

Wenn wir neue Leute da haben, bitte ich immer alle, bitte die Rückhand zu benutzen, damit die Neuen lernen können, Scheiben zu lesen. Und wenn sie wiederkommen, lernen sie nach der Rückhand den Hammer, und bislang dachte ich immer, das reicht eigentlich. Aber jetzt denke ich gerade, ob man vielleicht doch mehr Augenmerk darauf richten sollte, dass die Komplexität ein Feature ist: Verschiedene Würfe trainieren, weil es cool ist, die zu können. Rumspielen mit diesen Würfen, zB indem man mal ein Match macht ganz ohne Rückhand. Jede Scheibe muss getippt werden. Ein Escape zieht dem Gegner einen Punkt ab. Double-Training auf engem Raum mit Discgolf-Markern, um den Spielfluss einzuüben. Spikeball spielen aber mit zwei Bällen.

Embrace the wall, sozusagen. Die Königin des Scheibensports erfordert möglicherweise etwas Mühe, um sie näher kennenzulernen.

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