14 Jul

DDC bei der WFDF Overall Weltmeisterschaft in Richmond, USA

In der vergangenen Woche war die WFDF World Overall Championship! Diese Weltmeisterschaft im Overall (wo 7 verschiedene Disziplinen gespielt werden, eine davon DDC) findet alle 2 Jahre statt. Aufgrund der räumlichen Nähe war ich vor 2 Jahren in Basingstoke, da gab es einige Blogbeiträge, dieses Mal war es in Richmond, Virginia, USA!

Am Donnerstag lief die Vorrunde im DDC mit 22 Teams auf 12 Courts! Unglaublich, wie viele Leute da gleichzeitig gespielt haben, das macht einen schon sehr froh… Und auch wer da alles auftaucht: Die 6 weltbesten DDC-Spieler waren da, also Conrad Damon, Dave Hesselberth, Harvey Brandt, Rick LeBeau, Arthur Coddington und Sam Kaye. Außerdem weitere bekannte Namen wie Rob McLeod (kanadischer Botschafter des Sports, wenn man so will), Juliana Korver (die nach diversen Discgolf-Titeln einfach auch noch angefangen hat, Freestyle und DDC zu spielen), Daniel O’Neill und Lori Daniels (im sonstigen Leben saugute Freestyler) und ein großes Kontingent aus Schweden, dem Traumland für DDC momentan sowie allen voran Jim Palmeri, der DDC mit seinem Bruder gemeinsam im Vorgarten erfunden hat!

In der Vorrunde konnten die folgenden 4 Teams sich in der Open-Division durchsetzen:

  • Jonathan Brandtberg (SWE) & Conrad Damon (USA)
  • David Hesselberth (USA) & Sam Kaye (USA)
  • Arthur Coddington (USA) & Rick LeBeau (USA)
  • Dieter Johansson (SWE) & Anton Kappling (SWE)

Leider konnte ich bislang nicht herausfinden, in welchen Paarungen sie im Halbfinale aufeinandergetroffen sind… ich vermute, 1 gegen 4 und 2 gegen 3 – hier hoffe ich noch auf mehr Infos und ein paar Mitschnitte, die nach dem Turnier noch online gestellt werden!

Bei den Damen gab es ein deutlich kleineres Feld mit 5 Teams (wieso nur? Ist mir immer noch unbegreiflich, viel mehr Frauen sollten DDC spielen, da ist noch ne Menge Platz!).

Ins Open-Finale eingezogen sind in der Open Division:

  • Jonathan Brandtberg (SWE) & Conrad Damon (USA)
  • David Hesselberth (USA) & Sam Kaye (USA)

Das Damen-Finale bestritten wie auch schon 2017:

  • Juliana Korver (USA) & Beth Verish (USA)
  • Lori Daniels (USA) & Niloofar Mosavar Rahmani (USA)

Schlussendlich gewonnen hat bei den Damen erneut das Team mit Juliana und Beth, und bei den Herren das internationale Team mit Jonathan und Conrad!
Jonathan Brandtberg, den wir in Deutschland vom Kölner Overall kennen, war extra ein paar Wochen zuvor angereist, um sich mit Conrad einzuspielen. Das hat sich offenbar gelohnt!

Ein paar unglaublich gute Escapes (und ein paar Doubles) findet ihr auch in den Highlightvideos vom Donnerstag und Freitag:

Donnerstag: Vorrunde (ab Minute 1:34)
Freitag: Finalspiele

Hoffen wir mal, dass 2021 das Event wieder etwas näher ist, und dann rücken wir da mit einer großen Runde deutscher DDC-Freaks an! Berlin, Münster, Bielefeld, Stuttgart, I’m looking at you! 🙂

29 Jun

Übung: Tippspiel

Gestern beim Training haben wir etwas neues ausprobiert, nämlich ein Match, bei dem man jede ankommende Scheibe tippen muss. Wir haben dabei Overhead-Würfe ausgeschlossen fürs erste, denn die Übung ging nicht darum, möglichst schwierige Burns zu tippen, sondern um eine Beschäftigung mit Timing und eine Kontrolle von Scheiben, die tippbar sind.

Insgesamt sehr empfehlenswert! Das Spiel wird etwas langsamer, Ansagen sind nicht nötig, sodass man viel Luft hat, sich auf beide Scheiben zu konzentrieren und mitzubekommen, was die andere Person da so macht.

Nebenbei übt man Tipps unter Realbedingungen, wo die Scheibe vielleicht nicht ganz so kommt wie gewünscht!

22 Jun

Internationales DDC Meeting in Berlin

Am 28.+29.9. dieses Jahres gibt es das DDC Meeting in Berlin, ein Turnier mit explizit gewünschter und geplanter internationaler Teilnahme! Coole Aktion, wir brauchen in Deutschland genau solche Events, und natürlich ist Berlin ein topper Standort!

Anlässlich des Turniers habe ich mit Greg Marter, dem Hauptorganisator, kurz gesprochen:

Wow, ein internationales Turnier in Deutschland, das gab es lange nicht mehr! Was hat dich dazu gebracht, das auf die Beine stellen zu wollen?
Na ja, ich veranstalte gerne Frisbee Events, Eigentlich schon seit dem Ich die Hamburg Open 1993 veranstaltet habe. Ein internationales DDC Event ist gar nicht so kompliziert und umfangreich wie man es sich vorstellen mag. Es bin auch nicht alleine, das wäre schwierig aber mit unser fantastischen Berliner Crew (u.a. Marc, Woo, Utz, Anton) die allesamt mit am Start sind ist das kein großer Aufwand. Geplant ist 8 Felder (inkl. Trainingsfelder) aufzubauen, ein Sportgelände mit Duschen und Umkleiden zur Verfügung zu stellen, Catering und die Fette, Fette Party natürlich. Das Ziel war ursprünglich eine EM zu veranstalten, leider ist die EFDF aber zur Zeit im Umbruch und es gab keine Aussage von Verbandseite. Ich denke ab 2020 wird es wider eine DDC EM geben vielleicht bewerben wir uns wieder. Die EM 1994 in Oldenburg war übrigens mein erstes DDC Turnier an dem ich teilgenommen habe. Damals waren die Teams aus Norwegen und Schweden auch schon Weltklasse. Ich hoffe wir können das Niveau noch steigern.

Weißt du schon, wer so kommt, insbesondere international?

Da ich mit den Schweden seit Jahren sprechen, insbesondere weil wir überlegt hatten die Overall WM zu veranstalten denke ich mal das 2-3 Top Teams aus dem Land der Elche kommen. Sicher auch Finnen, Holländer und Teams aus Belgien.

Welches Format wird gespielt? Feste Teams? Wechselnde Teams (Queen/ King of the Court)?

Feste Teams, zum Aufwärmen Freitag evtl. KOTC und als Jam nach dem Finale evtl. noch ein KOTC

In der Anmeldung ist von einem Player Pack die Rede… verrätst du was zum Inhalt?

… Überraschung!

Berlin ist eines der Zentren für DDC in Deutschland. Wo siehst du die deutsche DDC-Szene im Moment, und was ist dir wichtig für die nächsten 5 Jahre?

Ich hoffe das sich mehr Crews zusammen tun, kleine Meetings und DDC Jams würden der Szene gut tun. Ich hoffe, dass wir in 5 Jahren 35 Teams in Deutschland haben, die regelmäßig spielen. Ich bin schon froh das wir so eine coole Crew hier in Berlin haben und hoffe das wir weiter viele begeistern können!

Danke, Greg, für das Interview! Alle Infos zur Anmeldung findet ihr auf der Berliner Turnier-Seite.

12 Jun

Systemspiel (Update)

Schon 2017 habe ich über das Schweizer System geschrieben, bzw. eine Variante davon: Wir würfeln nämlich nicht nur gleich starke Teams in Matches gegeneinander, wir würfeln auch noch ungefähr gleich starke Partner in diese Teams!

Wir haben das jetzt ein bisschen aus der Not verfeinert, weil bei den Overall-Turnieren in Köln und Bielefeld flotte Formate gefragt waren, die mehreres leisten müssen:

  • Spaß für Neulinge und Fortgeschrittene
  • Schnelle Klärung der Platzierung
  • Einfache Handhabung

Mittlerweile denke ich, dass wir für 8 bis 19 Spieler damit ein Format haben, das einem klassischen Queen/ King of the Court insofern überlegen ist, dass es echt flott zu sinnvollen Begegnungen und einer aussagekräftigen Rangliste führt. Mit mehr Zeit kann man natürlich trotzdem super ein Quing of the Court spielen!

Bielefelder Systemspiel

Ich claime dieses Format jetzt einfach mal als Bielefelder Systemspiel, wir haben da so lange dran rumgeschraubt, ich finde das dürfen wir jetzt.

Um das Format zu begreifen, muss man sich klarmachen, dass zwei Sachen gleichzeitig gefragt sind: (1) Gute Begegnungen, (2) klare Rangliste.

Wir spielen mit 2 Courts bei 8-11 Leuten, 3 Courts bei 12-15 Leuten, 4 Courts bei 16-19 Leuten. Diese Courts sind hierarchisch: Die besten Spielenden spielen auf dem “höchsten” Court. Folglich wird am besten schon für die erste Runde ge-seedet, also gemäß der Weltrangliste sortiert.

Man trägt dann die Leute gemäß dieser Rangliste in die Liste ein. So spielt dann Nummer 1 mit Nummer 4 gegen Nummer 2 und Nummer 3.

Spiel läuft ganz normal bis 15 Punkte, am Ende wird das Ergebnis eingetragen. Nun gibt es Punkte:

  • 5 Punkte für einen Sieg (schreibt man ins Feld S)
  • +1 Bonuspunkt, wenn man mit 4 oder mehr Punkten gewinnt (Feld B)
  • -1 Maluspunkt, wenn man mit 6 oder mehr Punkten verliert (Feld B)

Diese Bonus/Malus-Punkte sind wichtig, um das Feld klarer zu sortieren. Daraus ergeben sich Punkte, die in der nächsten Runde Grundlage für die Sortierung sind. Man überträgt dann die Spielenden auf die nächste Seite, und zwar von oben nach unten nach den Punkten (bei Gleichstand: von oben nach unten von der Liste).

In diesem Fall wäre die Rangfolge für die nächste Seite also:

  1. Person 6 (6 Punkte)
  2. Person 7 (6 Punkte)
  3. Person 1 (5 Punkte)
  4. Person 4 (5 Punkte)
  5. Person 2 (0)
  6. Person 3 (0)
  7. Person 5 (0)
  8. Person 8 (0)

Dies wird sofort auf dem leeren Zettel vermerkt, zusammen mit dem Punktestand – der zählt nämlich ab jetzt mit und kommt in das Feld “V” (vorhergehende Runde).

Wie ihr seht, spielen im Verlauf bunt gemischte Leute von ähnlicher Stärke zusammen. Durch die Art des Aufschreibens werden Teams nach jeder Runde auf jeden Fall aufgeknackt, dadurch gibt es zumindest die Chance, dass man oft mit verschiedenen Leuten spielt. Es ist dennoch nicht ausgeschlossen, dass Paarungen sich wiederholen – dies ist hier weniger im Fokus als zB beim Quing of the Court, wo sich wirklich alle einmal treffen sollen. Stattdessen geht es hier um interessante Begegnungen und schnelle Sortierung des Feldes!

Wer 4 Spiele gewinnt, hat mindestens 20 Punkte, wenn man jedes Mal sogar hoch gewinnt, hat man 24 Punkte!

Ihr findet dieses Dokument bei den Spielplänen!

Übrigens: Falls die Spielerzahl nicht genau auf die Felder passt, warten Leute – und bekommen dafür 2 Punkte! Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man damit umgeht:
Entweder man legt von vornherein fest, dass man so viele Runden spielt, dass alle Leute gleich oft draußen waren (bei 10 Leuten z.B. warten immer 2 draußen, nach 5 Runden hat jeder mal gewartet – dann kann man sich die Punkte für’s Warten sogar sparen). Falls das nicht aufgeht (zB bei 11 oder 13 Leuten), gilt die Regel: Man muss auf keinen Fall 2x warten, sondern kommt dann gemäß der Punkte ins Spiel und die Person mit den zweitwenigsten Punkten wartet stattdessen!

08 Jun

DDC und Overall

Interessante Entwicklung: die Bielefelder DDC-Abteilung beim TuS Ost überlegt gerade, eine Overall-Abteilung zu werden, und tatsächlich haben wir gestern beim Training auch Self Caught Flight und ein bisschen Freestyle geübt. Montag wollen wir discgolfen gehen. Eine Spielerin von Münster Nullacht (Ultimate, DDC) hat sich nach dem Bielefelder Overall-Turnier direkt eine Freestyle-Scheibe zugelegt.

Dies ist natürlich vor allem eine Erfolgsgeschichte von Overall: Der Sieger des Turniers, Oliver Schacht, ist mit großem Bock auf DDC nach Hause gefahren, insofern kann man einfach festhalten, dass Overall als Konzept aufgeht: Leute lernen neue Sachen kennen und die machen Spaß, egal in welche Richtung!

Trotzdem frage ich mich an dieser Stelle und als DDC-Beauftragter, ob das was für DDC bedeutet. Overall gehört für mich – neben der Tatsache, dass es per se cool ist – durchaus zu einer Strategie, dass mehr Leute DDC kennenlernen. Wenn dann natürlich die DDCler anfangen, auch andere Sachen zu spielen, spielen sie dann weniger DDC? Schwächt Overall DDC?

Insgesamt denke ich: Nein. DDC erfordert so viele Fähigkeiten, damit es Spaß macht (Kommunikation, Präzision, Strategie, viele Würfe, gute Catches, Sprinttempo, Aufmerksamkeit), dass Overall ein perfekter Match ist. In Bielefeld ist die Stimmung gerade so, dass wir Bock auf diese Flexibilität haben: oh, wir sind 4, lasst uns DDC zocken. Oh, wir sind 6… dann spielen 2 Leute eben noch SCF oder Freestyle. Zu dritt kann man perfekt golfen oder Accuracy spielen. Und zum Aufwärmen ein kleiner Discathon ist auch immer gut!

Lustigerweise gibt es bei der Meldung an die Frisbeesportverbände gar nicht die Möglichkeit, “Overall” anzukreuzen, insofern bleiben wir auf der Ebene vermutlich eine DDC-Abteilung, vielleicht kreuzen wir dann auch noch Discgolf an. Alles in allem jedenfalls eine interessante Entwicklung! Bin gespannt wie das noch wird, wenn es weitere Overall-Turniere gibt, was unter Umständen noch dieses Jahr passieren könnte!

Eine Sache, die ich am Overall so schätze, ist ja genau, dass verschiedene Leute aus unterschiedlichen Ecken miteinander spielen. Wenn das sogar auf organisatorischer Ebene passiert in Form von Overall-Abteilungen fände ich das sehr hübsch.

04 Jun

DDC is even more fun than freestyle

Frisbee-Legende John Kirkland, von dem hier auch schonmal die Rede war, war im Podcast “Shooting the Frisbreeze” als Interviewpartner (Danke JB für den Hinweis!). Der Podcast mit Jake und Randy, ihrerseits ziemliche Größen im Freestyle, geht üblicherweise um Freestyle, und weil John nach meiner Kenntnis einige Moves im Freestyle quasi erfunden hat, ist er ein guter Gesprächspartner! Allerdings spielt er mittlerweile eher nur noch Discgolf, weil er da mit über 60 immer noch ne Chance hat, vorne zu landen.

Außerdem bricht er eine ziemliche Lanze für DDC, was mir natürlich außerordentlich zusagt, und ich könnte nicht zuer stimmen!

As you know, [DDC is] rather competitive at the top end. It may not be very wide, but it’s deep. You know, Conrad [Damon], Harvey [Brandt], there’s some guys! […]
And also, I’m just telling you guys: I know you know DDC, I know you appreciate DDC. DDC is even more fun than freestyle, believe it or not. Because it’s got all the stuff that Freestyle [has], all the cuffs and reading the disc and catching and weird contortions and being-here-now kind of thing, but it’s also about power and throwing and decision making and tipping, I’m just telling you, if you ever get bored at all with Freestyle, get a DDC pod going, cause it is more fun than you think.

John Kirkland in http://frisbeeguru.com/episode-93-john-kirkland-on-the-samurai-warrior/

Zu deutsch:

Wie ihr wisst, wird [DDC] ziemlich wettbewerbsorientiert an der Spitze. Es mag nicht breit seni, aber es ist tief. Ihr wisst schon, Conrad [Damon], Harvey [Brandt], es gibt da Leute! […]
Also, ich sag das euch beiden, ich weiß ihr kennt DDC, ich weiß ihr schätzt DDC: DDC macht sogar mehr Spaß als Freestyle, ob ihr’s glaubt oder nicht. Denn es hat all das Zeug vom Freestyle, all die Cuffs, und die Scheiben lesen, und fangen und sich wild nach der Scheibe strecken und im hier und jetzt sein, aber es geht auch um Kraft und Würfe und Entscheidungen treffen und Tippen, ich sage euch, wenn ihr jemals irgendwie weniger Bock auf Freestyle habt, startet eine DDC-Gruppe, denn es macht mehr Spaß als ihr denkt.

Diese Auffassung deckt sich mit einer Beobachtung, die ich beim Kobi hatte: Ich war nämlich ganz happy, dass wir da mit DDC geendet haben, weil vorher schon so viele Anteile vertreten waren, die man dann gut brauchen konnte: Die Präzision vom Accuracy, die Platzierung beim Discgolf, der Umgang mit der Scheibe vom Freestyle, die Ausdauer vom Discathon, das Fangen beim Self Caught Flight…

Im Verlauf des Interviews sprechen die drei dann auch noch darüber, dass man halt erst ein bisschen besser werden muss, damit DDC Spaß macht (genau wie beim Freestyle), und auch das ist natürlich richtig! Jedenfalls ein feines Zitat, ich freue mich immer wenn John nette Sachen über DDC sagt, und diesmal in einem Podcast mit ziemlicher Reichweite!

27 Mai

DDC beim Kobi 2019

Wie ihr vielleicht wisst, bin ich ursprünglich nur zur Overall Meisterschaft in Basingstoke gefahren, weil ich neugierig war, gegen richtig gute Leute DDC zu spielen – insofern hat DDC für mich beim Overall immer eine besondere Rolle, auch wenn ich mittlerweile das gesamte Format super finde!

Das KOBI (Kompakt-Overall Bielefeld) ist vergangenes Wochenende gelaufen, und natürlich wurde auch DDC gespielt! Hier ein paar Eindrücke, die Alexander Knoch für uns festgehalten hat (mit Ausnahme des Selfies in der Mitte)!

Der Umfang des Turniers war natürlich klein, nur 5 Runden (ist halt ein Kompakt-Overall, da soll nichts über 2,5 Stunden dauern), aber durch ein geschicktes System, bei dem in jeder Runde neu geschaut wird, dass gleich starke Paarungen entstehen, kommen durchaus aussagekräftige Ergebnisse raus! Man hatte Punkte für Siege gesammelt, und beim Gleichstand entschied die Höhe der Siege bzw. Niederlagen!

1. Mark Püttmann
2. Jan Müller
3. Malte Berghäll / Nils Drescher / Samuel Müller
6. Martin Höser / Martje Sumowski
8. Oliver Schacht
9. Hanno Georgi
10. Klaus Sumowski

Mit diesem Turnier sind wieder mal 2 neue Menschen auf die Weltrangliste gekommen, nämlich Samuel und Oliver. Außerdem ist mit diesem Turnier Malte Berghäll in die internationalen Top 100 gekommen (Platz 98), Nils Drescher (102) und Mark Püttmann (110) sind sehr kurz davor!

Die Gesamtergebnisse des Kompakt-Overalls finden sich hier:
http://overallfrisbee.de/kobi-2019/

21 Mai

German Open??

Als ich vor kurzem versucht habe, die Berechnung der Weltrangliste nachzuvollziehen, bin ich in eben jener Weltrangliste über ein Turnier gestolpert, das sich German Open nannte! Hammer! Von 1995 bis 2000 gab es in Tuttlingen die German Open, ich habe kurzerhand die Spieler*innen von damals gleich in die Liste der deutschen Spieler*innen aufgenommen, dadurch sind jetzt etwa drei Dutzend mehr Leute für Deutschland gelistet.

Irgendwie Quatsch, weil die nun wirklich nicht mehr aktiv sind, aber irgendwie mag ich denen auch Respekt und Anerkennung zollen, die haben ja allesamt die letzte Welle angetrieben! Und da die Weltrangliste nunmal eine ewige Liste ist, und Leute niemals vergessen werden, gehören sie dazu.

Erstaunlicherweise sind die Punkte von damals ja auch immer noch was wert, und in der Summe sind einige alte Größen immer noch beachtlich weit vorn! Karl Storz beispielsweise ist in Deutschland immer noch auf Platz 7, der hat bis 2002 richtig viel gerissen. Karl, wo biste?

Ebenso Chris Voigt, immer noch Platz 8! Und good old Hartmut “Hartl” Wahrmann ist durch seine Overall-Platzierungen auch noch dabei, immerhin auf Platz 34. Leute, wird Zeit, dass ihr nochmal kommt, zum Beispiel zum Discival!

20 Mai

Die Calls beim DDC

Fair Play ist wichtig, und gerade bei den Frisbeesportarten, wo es keine Schiris gibt, sollten alle Beteiligten wissen, was eigentlich “call”-bar ist. Ich selber bin auf Turnieren immer unsicher, und mit diesem Artikel hört das hoffentlich auf!

Einige Spielsituationen brauchen keinen Call, denn sie führen sofort zu einem Punkt:

  • Werfen aus dem Aus
  • Ein Team berührt eine Scheibe, die es selbst geworfen hat

Andere Situationen führen sofort zu einer Wiederholung:

  • Wenn das Spiel von außen gestört wird (Passanten, Hunde, …)
  • Nach gefährlichem Spiel, also wenn man beim Spielen der einen Scheibe von der anderen überm Knie getroffen wird.

Eigentlich geht es aber in diesem Artikel um die Calls, also die Spielsituationen, wo ein Team sich beschwert, dass nicht fair gespielt wurde! Dies ist besonders relevant, weil ab dem dritten Call Punkte vergeben werden!

Travelling

Sobald man fängt, etabliert man damit die eigene Position, nämlich einen Kreis mit 1m Durchmesser unter der eigenen Hüfte zum Zeitpunkt des Catches. Fängt man im Sprung, zählt der Ort, wo man landet. Trägt einen der Schwung nach dem Catch noch weiter, gilt folgendes: Bewegung nach vorne muss wieder rückgängig gemacht werden. Bewegung zur Seite ist bis zu drei Bodenkontakten okay.

Wenn man von außerhalb dieser Position wirft, kann das gegnerische Team “Travelling” oder auch “Schrittfehler” rufen.

Zeitspiel

Wenn beide Scheiben im Lauf des Spiels von beiden Teams gehalten werden, spricht man von einem Patt: das Team mit Initiative (das zuletzt einen Punkt gemacht hat), muss dieses Patt auflösen, und zwar jnnerhalb von 4 Sekunden. Tut es das nicht, darf “Stalling” oder “Zeitspiel” angesagt werden.

Winkel

Scheiben dürfen laut Regeln maximal in einem Winkel von 30° auf dem Boden aufkommen. Der Winkel-Call muss gemacht werden, bevor die Scheibe landet (was manchmal zu Unklarheiten führt, weil sie sich gerade bei Overhead-Würfen auf den letzten Metern noch dreht). Es genügt, wenn man glaubt, dass die Scheibe winklig wird.

(Und weil es so schön ist, hier die Ausnahme: flache Roller sind niemals winklig, denn Scheiben, die nach vorne rollen und unterhalb von 2,5m ins Feld kommen, sind von der Winkel-Regel ausgenommen)

Linienfehler

Aufgepasst, das hier ist ein Grenzfall! Wenn ich irgendwie das Aus berühre beim Wurf, ist das sofort ein Punkt – ein Linienfehler besteht stattdessen dann, wenn ich die Linie berühre! Klingt kleinlich, aber offiziell sind die Linien aus, da habe ich nichts verloren.


Bei all diesen Calls muss kurz geklärt werden, ob das Team, dem der Call gemacht wurde, akzeptiert (entweder nachdem Punkte gemacht wurden oder bei einem Patt). Falls nein, geht das Spiel normal weiter. Falls ja, darf das callende Team entscheiden, was passiert:

  • Entweder es werden die Punkte vergeben, wie sie passiert sind,
  • oder der Call wird als Regelverstoß vermerkt und der Wechsel wird wiederholt.

Sobald der dritte Regelverstoß durch ein Team begangen wurde, bekommt das callende Team einen Punkt!

Das wird auf Turnieren in Deutschland fast nie gemacht, aber tatsächlich ist das in meinen Augen nicht unwichtig, damit Fairplay sichergestellt ist. Andernfalls gewinnen im Zweifelsfall Teams, die sehr winklig werfen, die nach jedem Catch ein bisschen zu weit nach vorn gehen. Unter Umständen können das durchaus einige Punkte werden, wenn man beim dritten und allen folgenden Calls einen Punkt bekommt.

Natürlich dienen diese Regeln im Grunde vor allem dazu, das korrekte Spiel zu definieren und sollen eben nicht zu Punkten führen, sondern zur Vermeidung dieser Situationen.

Insofern hoffe ich auf faires Spiel und wünsche euch noch eine schöne Saison!

11 Mai

Die Weltrangliste

Weil ich immer so dafür Werbung mache, dass Turnier-Resultate in die Weltrangliste gemeldet werden, dachte ich, ich könnte die wenigstens mal vernünftig erklären, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst!

Conrad Damon betreut die offizielle Liste in Form einer großen Datenbank, und weil er Programmierer ist, sieht das Ding relativ langweilig aus und ist dabei aber ziemlich komplex! Ich binde auf dieser Seite die Liste teilweise ein, insbesondere ziehe ich die Daten aller Spieler*innen aus Deutschland da raus und zeige die separat an.

1. Basispunkte

Je nach Größe des Turniers werden verschieden viele Punkte vergeben:

  • A-Turnier (50 Punkte): Lokales/ spontanes Turnier
  • B-Turnier (125 Punkte): Regionales Turnier
  • C-Turnier (200 Punkte): Landesmeisterschaft
  • D-Turnier (250 Punkte): WFDF-Meisterschaft oder nationale Meisterschaft

Die Turniere, die wir hier in Deutschland organisieren, sind üblicherweise B-Turniere!

Je nach Platzierung gehen die Punkte dann runter nach der relativ komplizierten Formel:

Heißt also bspw. für den dritten Platz:

Hier die Punkte nach Plätzen bei einem B-Turnier:

  1. 125
  2. 103,31
  3. 93,91
  4. 85,38
  5. 77,62
  6. 70,56
  7. 64,14
  8. 58,31
  9. 53,01
  10. 48,19
  11. 43,81
  12. 39,83

Wie ihr seht, ist der Unterschied zwischen den oberen Plätzen durch diese Berechnung größer als weiter unten – das ist Absicht und bildet ab, dass es eine größere Leistung ist, erster statt zweiter zu werden im Vergleich zu neunter statt zehnter!

2. Bonuspunkte

Als weiteren Schritt gibt es auch noch Bonuspunkte, wenn man hochrangige Spieler*innen hinter sich lässt! Je höher die Leute auf der Weltrangliste sind, die ihr im Turnier schlagt, umso mehr Bonuspunkte gibt es.

Das hat den interessanten Effekt, dass es ein bisschen mehr Konkurrenz gibt, sobald man ein bisschen weiter oben ist!

3. Wertverlust über die Zeit

Als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, verlieren die Turniere mit der Zeit an Wert, und zwar genauso mit der Basis 1,1 hoch Jahre! Das heißt, wenn ich vor 3 Jahren Erster war bei einem Turnier (125 Punkte) sind die nur noch 93,91 Punkte wert, also genau als hätte ich dieses Jahr einen dritten Platz gemacht: pro Jahr verliert man also einen Platz (zum Glück geht’s allen anderen genau so).

Fun fact: Dadurch, dass der erste Platz nicht nach der Formel berechnet wird, sondern einfach die 125 Punkte kriegt, ist der Wertverlust für die Erstplatzierten um ein Jahr aufgeschoben. Nach der Formel berechnet ist ein erster Platz vom letzten Jahr 113 Punkte wert – erst nach 2 Jahren ist man bei 103 Punkten, der üblichen Punktzahl für Zweitplatzierte. Der Thron lohnt sich!

4. Die zehn besten Turniere

Zu guter Letzt: von allen Turnieren zählen nur die 10 mit den meisten Punkten, nachdem das alles berechnet wurde! Eine Weltmeisterschaft von vor 5 Jahren ist also vielleicht immer noch mehr wert als viele kleine Turniere in jüngerer Zeit, weil die Basispunkte so hoch waren.

Ich hoffe, damit ist das ganze Ding etwas besser erklärt! 🙂 Die Erläuterungen hier basieren auf der Beschreibung auf Conrads Website, und ich habe das nachgerechnet und glaube, ich habe alles richtig verstanden!


Für die Situation in Deutschland heißt das vor allem, dass wir zusehen sollten, möglichst schnell für alle Aktiven zehn Turniere zusammenzukriegen, damit unsere Ergebnisse vergleichbar sind. Ich bin beispielsweise nur deshalb momentan oben unter den deutschen Spieler*innen, weil ich seit 2017 immerhin 6 gewertete Turniere gespielt habe, darunter die Weltmeisterschaft in Basingstoke, wo selbst mein 14. Platz im DDC immer noch so viel wert war wie ein 6. Platz beim Discival… Malte, momentan Nr. 2 in Deutschland, hat nur 4 Turniere gespielt, da ist es kein Wunder, dass ich vor ihm bin… Vergleichbar wird das alles erst, wenn alle 10 Turniere gespielt haben.

Außerdem heißt es für uns, dass sich Turniere im Moment unfassbar lohnen, weil die Anzahl der Teilnehmenden niedrig ist. Selbst wenn man ganz hinten landet, ist das halt ein 6. oder 7. Platz und damit 70 Punkte wert! Wenn ich das 10x mache habe ich 700 Punkte und bin damit auf Platz 60 der Weltrangliste!!