21 Mai

German Open??

Als ich vor kurzem versucht habe, die Berechnung der Weltrangliste nachzuvollziehen, bin ich in eben jener Weltrangliste über ein Turnier gestolpert, das sich German Open nannte! Hammer! Von 1995 bis 2000 gab es in Tuttlingen die German Open, ich habe kurzerhand die Spieler*innen von damals gleich in die Liste der deutschen Spieler*innen aufgenommen, dadurch sind jetzt etwa drei Dutzend mehr Leute für Deutschland gelistet.

Irgendwie Quatsch, weil die nun wirklich nicht mehr aktiv sind, aber irgendwie mag ich denen auch Respekt und Anerkennung zollen, die haben ja allesamt die letzte Welle angetrieben! Und da die Weltrangliste nunmal eine ewige Liste ist, und Leute niemals vergessen werden, gehören sie dazu.

Erstaunlicherweise sind die Punkte von damals ja auch immer noch was wert, und in der Summe sind einige alte Größen immer noch beachtlich weit vorn! Karl Storz beispielsweise ist in Deutschland immer noch auf Platz 7, der hat bis 2002 richtig viel gerissen. Karl, wo biste?

Ebenso Chris Voigt, immer noch Platz 8! Und good old Hartmut “Hartl” Wahrmann ist durch seine Overall-Platzierungen auch noch dabei, immerhin auf Platz 34. Leute, wird Zeit, dass ihr nochmal kommt, zum Beispiel zum Discival!

20 Mai

Die Calls beim DDC

Fair Play ist wichtig, und gerade bei den Frisbeesportarten, wo es keine Schiris gibt, sollten alle Beteiligten wissen, was eigentlich “call”-bar ist. Ich selber bin auf Turnieren immer unsicher, und mit diesem Artikel hört das hoffentlich auf!

Einige Spielsituationen brauchen keinen Call, denn sie führen sofort zu einem Punkt:

  • Werfen aus dem Aus
  • Ein Team berührt eine Scheibe, die es selbst geworfen hat

Andere Situationen führen sofort zu einer Wiederholung:

  • Wenn das Spiel von außen gestört wird (Passanten, Hunde, …)
  • Nach gefährlichem Spiel, also wenn man beim Spielen der einen Scheibe von der anderen überm Knie getroffen wird.

Eigentlich geht es aber in diesem Artikel um die Calls, also die Spielsituationen, wo ein Team sich beschwert, dass nicht fair gespielt wurde! Dies ist besonders relevant, weil ab dem dritten Call Punkte vergeben werden!

Travelling

Sobald man fängt, etabliert man damit die eigene Position, nämlich einen Kreis mit 1m Durchmesser unter der eigenen Hüfte zum Zeitpunkt des Catches. Fängt man im Sprung, zählt der Ort, wo man landet. Trägt einen der Schwung nach dem Catch noch weiter, gilt folgendes: Bewegung nach vorne muss wieder rückgängig gemacht werden. Bewegung zur Seite ist bis zu drei Bodenkontakten okay.

Wenn man von außerhalb dieser Position wirft, kann das gegnerische Team “Travelling” oder auch “Schrittfehler” rufen.

Zeitspiel

Wenn beide Scheiben im Lauf des Spiels von beiden Teams gehalten werden, spricht man von einem Patt: das Team mit Initiative (das zuletzt einen Punkt gemacht hat), muss dieses Patt auflösen, und zwar jnnerhalb von 4 Sekunden. Tut es das nicht, darf “Stalling” oder “Zeitspiel” angesagt werden.

Winkel

Scheiben dürfen laut Regeln maximal in einem Winkel von 30° auf dem Boden aufkommen. Der Winkel-Call muss gemacht werden, bevor die Scheibe landet (was manchmal zu Unklarheiten führt, weil sie sich gerade bei Overhead-Würfen auf den letzten Metern noch dreht). Es genügt, wenn man glaubt, dass die Scheibe winklig wird.

(Und weil es so schön ist, hier die Ausnahme: flache Roller sind niemals winklig, denn Scheiben, die nach vorne rollen und unterhalb von 2,5m ins Feld kommen, sind von der Winkel-Regel ausgenommen)

Linienfehler

Aufgepasst, das hier ist ein Grenzfall! Wenn ich irgendwie das Aus berühre beim Wurf, ist das sofort ein Punkt – ein Linienfehler besteht stattdessen dann, wenn ich die Linie berühre! Klingt kleinlich, aber offiziell sind die Linien aus, da habe ich nichts verloren.


Bei all diesen Calls muss kurz geklärt werden, ob das Team, dem der Call gemacht wurde, akzeptiert (entweder nachdem Punkte gemacht wurden oder bei einem Patt). Falls nein, geht das Spiel normal weiter. Falls ja, darf das callende Team entscheiden, was passiert:

  • Entweder es werden die Punkte vergeben, wie sie passiert sind,
  • oder der Call wird als Regelverstoß vermerkt und der Wechsel wird wiederholt.

Sobald der dritte Regelverstoß durch ein Team begangen wurde, bekommt das callende Team einen Punkt!

Das wird auf Turnieren in Deutschland fast nie gemacht, aber tatsächlich ist das in meinen Augen nicht unwichtig, damit Fairplay sichergestellt ist. Andernfalls gewinnen im Zweifelsfall Teams, die sehr winklig werfen, die nach jedem Catch ein bisschen zu weit nach vorn gehen. Unter Umständen können das durchaus einige Punkte werden, wenn man beim dritten und allen folgenden Calls einen Punkt bekommt.

Natürlich dienen diese Regeln im Grunde vor allem dazu, das korrekte Spiel zu definieren und sollen eben nicht zu Punkten führen, sondern zur Vermeidung dieser Situationen.

Insofern hoffe ich auf faires Spiel und wünsche euch noch eine schöne Saison!

11 Mai

Die Weltrangliste

Weil ich immer so dafür Werbung mache, dass Turnier-Resultate in die Weltrangliste gemeldet werden, dachte ich, ich könnte die wenigstens mal vernünftig erklären, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst!

Conrad Damon betreut die offizielle Liste in Form einer großen Datenbank, und weil er Programmierer ist, sieht das Ding relativ langweilig aus und ist dabei aber ziemlich komplex! Ich binde auf dieser Seite die Liste teilweise ein, insbesondere ziehe ich die Daten aller Spieler*innen aus Deutschland da raus und zeige die separat an.

1. Basispunkte

Je nach Größe des Turniers werden verschieden viele Punkte vergeben:

  • A-Turnier (50 Punkte): Lokales/ spontanes Turnier
  • B-Turnier (125 Punkte): Regionales Turnier
  • C-Turnier (200 Punkte): Landesmeisterschaft
  • D-Turnier (250 Punkte): WFDF-Meisterschaft oder nationale Meisterschaft

Die Turniere, die wir hier in Deutschland organisieren, sind üblicherweise B-Turniere!

Je nach Platzierung gehen die Punkte dann runter nach der relativ komplizierten Formel:

Heißt also bspw. für den dritten Platz:

Hier die Punkte nach Plätzen bei einem B-Turnier:

  1. 125
  2. 103,31
  3. 93,91
  4. 85,38
  5. 77,62
  6. 70,56
  7. 64,14
  8. 58,31
  9. 53,01
  10. 48,19
  11. 43,81
  12. 39,83

Wie ihr seht, ist der Unterschied zwischen den oberen Plätzen durch diese Berechnung größer als weiter unten – das ist Absicht und bildet ab, dass es eine größere Leistung ist, erster statt zweiter zu werden im Vergleich zu neunter statt zehnter!

2. Bonuspunkte

Als weiteren Schritt gibt es auch noch Bonuspunkte, wenn man hochrangige Spieler*innen hinter sich lässt! Je höher die Leute auf der Weltrangliste sind, die ihr im Turnier schlagt, umso mehr Bonuspunkte gibt es.

Das hat den interessanten Effekt, dass es ein bisschen mehr Konkurrenz gibt, sobald man ein bisschen weiter oben ist!

3. Wertverlust über die Zeit

Als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, verlieren die Turniere mit der Zeit an Wert, und zwar genauso mit der Basis 1,1 hoch Jahre! Das heißt, wenn ich vor 3 Jahren Erster war bei einem Turnier (125 Punkte) sind die nur noch 93,91 Punkte wert, also genau als hätte ich dieses Jahr einen dritten Platz gemacht: pro Jahr verliert man also einen Platz (zum Glück geht’s allen anderen genau so).

Fun fact: Dadurch, dass der erste Platz nicht nach der Formel berechnet wird, sondern einfach die 125 Punkte kriegt, ist der Wertverlust für die Erstplatzierten um ein Jahr aufgeschoben. Nach der Formel berechnet ist ein erster Platz vom letzten Jahr 113 Punkte wert – erst nach 2 Jahren ist man bei 103 Punkten, der üblichen Punktzahl für Zweitplatzierte. Der Thron lohnt sich!

4. Die zehn besten Turniere

Zu guter Letzt: von allen Turnieren zählen nur die 10 mit den meisten Punkten, nachdem das alles berechnet wurde! Eine Weltmeisterschaft von vor 5 Jahren ist also vielleicht immer noch mehr wert als viele kleine Turniere in jüngerer Zeit, weil die Basispunkte so hoch waren.

Ich hoffe, damit ist das ganze Ding etwas besser erklärt! 🙂 Die Erläuterungen hier basieren auf der Beschreibung auf Conrads Website, und ich habe das nachgerechnet und glaube, ich habe alles richtig verstanden!


Für die Situation in Deutschland heißt das vor allem, dass wir zusehen sollten, möglichst schnell für alle Aktiven zehn Turniere zusammenzukriegen, damit unsere Ergebnisse vergleichbar sind. Ich bin beispielsweise nur deshalb momentan oben unter den deutschen Spieler*innen, weil ich seit 2017 immerhin 6 gewertete Turniere gespielt habe, darunter die Weltmeisterschaft in Basingstoke, wo selbst mein 14. Platz im DDC immer noch so viel wert war wie ein 6. Platz beim Discival… Malte, momentan Nr. 2 in Deutschland, hat nur 4 Turniere gespielt, da ist es kein Wunder, dass ich vor ihm bin… Vergleichbar wird das alles erst, wenn alle 10 Turniere gespielt haben.

Außerdem heißt es für uns, dass sich Turniere im Moment unfassbar lohnen, weil die Anzahl der Teilnehmenden niedrig ist. Selbst wenn man ganz hinten landet, ist das halt ein 6. oder 7. Platz und damit 70 Punkte wert! Wenn ich das 10x mache habe ich 700 Punkte und bin damit auf Platz 60 der Weltrangliste!!

06 Mai

Saisonauftakt in Berlin

Am vergangenen Wochenende (4.+5.5.) lief das DDC-Auftaktturnier in Berlin! Ein schönes Turnier mit wenig Aufwand auf die Beine gestellt, richtig gut und nachahmenswert! Schöner Platz, genug Courts, und Wasser und ein paar Snacks für alle. Im Vorfeld war es ein wenig still geworden um das Turnier, da könnte man nächstes Jahr vielleicht etwas mehr machen und ein, zwei Mails mehr verschicken. 🙂

Angetreten waren 2 Teams aus Berlin, 3 aus Münster und 1 aus Bielefeld, und entgegen des verhalten ausgefallenen Wetterberichts war es die meiste Zeit super sonnig!

Am Samstag haben wir in festen Teams 5 Runden gemacht, sodass jede Begegnung ausgespielt wurde. Dabei ergab sich am Ende folgende Platzierung:

  1. Greg & Utz (B)
  2. Woo & Anton (B)
  3. Nils & Jan (BI)
  4. Meek & Martje (MS)
  5. Sumo & Hanno (MS)
  6. Anette & Freddy (MS)

Am Sonntag folgte dann noch ein Quing of the Court, also ein Einzelevent, bei dem mit wechselnden Partnern gespielt wird. Aufgrund leichter Veränderungen in der Anwesenheit waren wir insgesamt 11 Personen, die am Ende in folgender Reihenfolge abgeschnitten haben:

  1. Utz (B)
  2. Martje (MS)
  3. Hanno (MS)
  4. Sumo (MS)
  5. Jan (BI)
  6. Greg / Woo (Springer) (B)
  7. Meek (MS)
  8. Anette (MS)
  9. Nils (BI)
  10. Freddy (MS)

Noch eine persönliche Anmerkung: mein Teampartner Nils und ich haben uns am ersten Tag zuerst sehr schwer getan mit dem Team von Woo und Anton: beide konnten harte, schnelle Würfe liefern, und zwar genau dorthin, wo man sie nicht haben will: in die Lücken oder auf die Person, die gerade geworfen hat. In Bielefeld sind wir das nicht gewohnt, da fliegen die Scheiben Bögen, und in der eigentlichen Begegnung haben wir deutlich verloren. Interessanterweise mussten wir nach den Spielen noch ein Stechen ausspielen, da wir gleich viele Siege hatten, es ging um Platz 2 und 3. In diesem Spiel haben Nils und ich mehr ausprobiert, um die Spielweise zu knacken, und das Spiel wurde tatsächlich noch richtig spannend! Den ersten Satz haben wir hoch verloren, den zweiten aber ordentlich gewonnen! Es war eine Mischung aus der Taktik, das Spiel der Gegner zu stören, indem wir verhindern, dass unsere Scheiben vorn zu fangen waren, und gleichzeitig mussten wir uns auch im schnellen Spiel behaupten: auch mal hammern, nicht nur auf Double spielen sondern Fehler provozieren durch Druck auf einen einzelnen Spieler. Der letzte Satz ging denkbar spannend mit einem 16:14 aus – gegen uns, aber insgesamt war das eine tolle Erfahrung, genugtuend und sehr lehrreich!

26 Feb

DDC in 2019 – alle Events!

So, im Grunde kann schon jetzt wieder draußen trainiert werden, da lohnt es sich wenn man auch weiß, wofür man trainiert! Daher an dieser Stelle gesammelt alle Infos für’s DDC-Jahr. Zum Nachschlagen lohnt sich immer auch ein Blick auf unsere Turnier-Seite!

Das erste Turnier in 2019 startet am 04.+05.05.19 in Berlin, alle nötigen Infos findet ihr auf der Turnierseite, inklusive den Infos zur Anmeldung. Hier wird neben DDC auch noch eine Runde Accuracy gespielt.

Auch noch im Mai ist dann am 25.+26.05.19 das Kompakt-Overall in Bielefeld, bei dem am Sonntag DDC gespielt. Für DDC-Spezis seien die folgenden 5 Disziplinen empfohlen: Accuracy, Discathon, Self Caught Flight, Distance, DDC. Hier geht’s zu allen Infos!

Danach geht es dann am 23.06. weiter in Münster, dem rasant wachsenden neuen Standort für DDC unter den Fittichen von Münster Nullacht!

UPDATE: Dieses Turnier wurde aus persönlichen Gründen leider abgesagt, ein neuer Termin wird gesucht!

Am 31.08. und 01.09. startet dann das 7. Discival, das älteste fortlaufende DDC-Turnier Deutschlands, wie immer mit einer bunt gemischten Runde zu Beginn und einem Teamturnier obendrauf. Alle Infos gibt es hier.

Fehlt eigentlich nur noch ein Event im Juli und eins zum Saisonabschluss, mal sehen was noch so kommt! 🙂

09 Jan

Discival 2019

Das 7. Discival startet wieder am letzten August-Wochenende (also das letzte, das im August beginnt), nämlich am 31.08.+01.09.2019!

Ausrichter

Die Bielefelder DDC-Gruppe des TuS Ost-Bielefeld.

Ort

Radrennbahn Bielefeld
Heeper Str. 301, 33607 Bielefeld
Öffentlicher Nahverkehr: Haltestelle Radrennbahn/ Ziegelstraße (vom Jahnplatz Linie 26)

Kosten

8€ pro Person, 5€ für TuS Ost-Mitglieder

Zeitplan

Samstag, 31.08.19

12:30 Uhr – Start, Einwerfen, Get-Together

13:00 Uhr – ♣ Quing of the Court (mehrere Spiele in wechselnden Teams)

15 Uhr – ★ Erster Teil der Gruppenphase für das Discival-Turnier (feste Teams)

18 Uhr – Dusch-und Chillpause, danach gemeinsam Essengehen

Sonntag, 01.09.19

10:00 Uhr – ✤ Zusatz-Event 100 Pässe

11:30 Uhr – ★ Zweiter Teil der Gruppenphase für das Discival-Turnier (feste Teams): 3 Runden werden gespielt, danach Finalrunden

15 Uhr – ★ Siegerehrung (Gewinnendes Team des Teamturniers, sowie Beste*r in beiden Einzelevents)

Anmeldung

Die Anmeldung findest du hinter diesem Link. Man sieht sich!

23 Nov

Jahresrückblick 2018

Jetzt wo ich offiziell DDC-Beauftragter bin, fühle ich eine gewisse Chronistenpflicht. Aus diesem Grund gibt es heute einen Rückblick auf DDC in Deutschland in 2018!

Overall-Szene beginnt

Das ist nicht unmittelbar DDC, aber natürlich hat es viel mit uns zu tun: es gab in Köln das Kompakt-Overall, und es könnte gut sein, dass Overall in Deutschland so langsam wieder Fuß fasst! Da DDC eine von den 7 Disziplinen beim Overall ist, glaube ich fest daran, dass das für Zulauf und Bedeutung unseres Sports sorgen könnte. Im Auge behalten!

Mehr Turniere

In diesem Jahr gab es ganze 4 überregionale Events, wo DDC gespielt wurde: das FrühBisc in Köln, das schon erwähnte Kompakt-Overall in Köln, das Bielefelder Discival in Berlin und den DDC-Nachmittag in Berlin, der erst ein Turnier sein sollte aber dann doch als freundschaftliches Get-Together stattfand.

In 2017 gab es nur das Discival! Insofern war es ein unfassbar erfolgreiches Jahr für DDC in Deutschland, und die Pläne für 2019 sehen auch schon rosig aus (dazu demnächst mehr in einem eigenen Artikel).

Berlin und Münster sind am Start

Sehr schön finde ich, dass in Berlin jetzt wieder regelmäßig gespielt wird – auch Turniere könnten dort bald wieder regelmäßig stattfinden, was auch für internationale Competition (wegen der guten Erreichbarkeit) wunderbar wäre!

In Münster entsteht beim Team Münster Nullacht eine eigene DDC-Sparte mit vielen jungen Spieler*innen und einer Menge Bock auf den Sport. Hier darf man gespannt sein, was in den nächsten Jahren passiert, ich prophezeie ein bisschen, dass wir bald hochrangigen Nachwuchs bei den Turnieren haben werden.

Weltrangliste

In diesem Jahr sind rund 20 Menschen neu auf die DDC-Weltrangliste gekommen, sodass immerhin 51 Leute aus Deutschland unter den Top 500 sind, also gut 10%. Das ist in sich erstmal nicht so wichtig, aber ich glaube über die nächsten Jahre wird das ein interessanter Marker des Erfolgs.

Wermut

Aber es ist natürlich nicht alles Gold: in Köln ist die Szene direkt nach dem FrühBisc wieder eingeschlafen, weil zwei wichtige Motoren in Köln aus persönlichen Gründen ihr Engagement aufgeben mussten. Bei den Events anderswo in Deutschland waren die Kölner nicht zu finden, leider. Vielleicht übernimmt ja jemand in 2019 das FrühBisc, das wäre schön!

Außerdem bin ich ein bisschen unglücklich darüber, dass ich von manchen Orten weiß, dass es da Einzelpersonen gibt, die aber keinen Pod finden. Oldenburg, Stuttgart, auch Bremen… Wenn sich an all diesen Orten 4 Leute finden würden, wäre die Szene deutlich weiter.

05 Nov

DDC beim Kompakt-Overall Bielefeld 2019

Am 25.+26.5.2019 gibt es wieder ein Kompakt-Overall (dieses Mal in Bielefeld), also 7 Disziplinen an einem Wochenende:

  • Double Disc Court
  • Freestyle
  • Discgolf
  • Accuracy
  • Distance
  • Self Caught Flight
  • Discathon

Tolle Gelegenheit für DDC-Spieler, ein weiteres Turnier zu spielen! Man muss mindestens 5 Disziplinen spielen, ich empfehle für alle, die außer DDC nichts davon kennen die Kombi DDC, Accuracy, Distance, Self Caught Flight und Discathon – die weiteren Disziplinen sind in dem Falle allesamt welche, die man mit jeder Scheibe gut machen kann und keinerlei speziellen Kniffe braucht.

Darüber hinaus empfehle ich persönlich aber eigentlich sogar, einfach alles zu spielen. Overall macht Laune! 🙂

Hier gibt’s alle weiteren Infos und auch einen Link zur Anmeldung:

http://www.overallfrisbee.de/kobi-2019

19 Okt

Erfolgreich verteidigen

Hier wie angekündigt der zweite Teil zu dem Doppel-Artikel mit “Erfolgreich angreifen“.

Dummerweise ist verteidigen der schwierigere Teil…

Escape the two points

Beobachtung 1: bei einem guten Angriff geht es um zwei Punkte. Wenn ich stattdessen nur 1 Punkt kassiere, ist das ein Erfolg! Selbst die irgendwie traurige Taktik, bei jedem Angriff mit zwei Scheiben eine durchzulassen, kann für eine Weile recht gut klappen und ist allemal besser, als jedes Mal zwei Punkte zu nehmen. Aber wenn die Gegner irgendwann so gut sind, dass diese Angriffe zu häufig werden, braucht es noch eine bessere Antwort.

Gutes Setup

Das muss man einfach üben: Back muss eine Ansage machen. Bei “Go!” geht Front zuerst zu ihrer Scheibe und zählt sie also runter. Bei “Melk!” und “Tippe!” geht Back zuerst zu seiner Scheibe und folglich muss Back zählen.

Dieses 3-2-1-Catch ist die sicherste Info, die dem nicht-zählenden Spieler zur Verfügung steht.

Ebenfalls zum Setup gehört gutes Positionsspiel. Immer wenn beide Scheiben weg sind, gehen Back und Front auf ihre Positionen: Back nach hinten, ungefähr Feldmitte und etwas seitlich versetzt, bereit die erste Scheibe zu nehmen, Front vorne, bereit die Burn zu melken oder zu nehmen.
Weil die erste Scheibe aber auch einfach fies platziert werden kann, muss man entsprechend das Feld zumachen und verteidigt den Raum wie in der Grafik rechts zu sehen. Falls aber eine vernünftige Lead kommt, ist auf jeden Fall Back mit der ersten Scheibe dran!

Action

Dann kommt der Angriff: eine fiese, hohe Lead, eine solide, flotte Burn hinterher.

Der in den allermeisten Fällen machbare Call, wenn ich keine perfekten Informationen habe, ist “Go!”: Die Lead-Scheibe enthält fast immer noch die eine Sekunde zum Melken, die Front braucht um seine Burn zu verarbeiten. Außerdem zählt ja in dem Fall Front, und wenn das doch nicht hinkommt, kann ich immer noch tippen um Zeit zu gewinnen (wenn meine Lead doch zu schnell kommt). Das hat den Vorteil, dass Front gar nichts anders machen muss.

Wenn ich stattdessen ganz gut gucken kann, sind auch die anderen Calls möglich: Melken fühlt sich oft sehr entspannt an, wenn man früh genug sieht, dass die Burn schön segelt. Einziger Nachteil: Front muss halt melken, und das bedeutet meist auch, dass sie weiter nach hinten laufen muss, sodass es schwieriger ist, dann eine gute Burn zu werfen. Back darf nicht vergessen, die eigene Scheibe runterzuzählen

Beim Tip ist der große Vorteil, dass die Positionen gehalten werden. Man lässt sich vom Gegner nicht rumschicken, sondern behauptet sich. Aber das hat seinen Preis, denn gute Tips sind schwierig (und verdienen demnächst mal einen eigenen Beitrag, denke ich). Auch hier zählt Back, und Front melkt bis zum Tipp und wechselt dann zum Go, wenn man so will.

Hier gibt es leider keine Geheimnisse: die drei Calls sollte man können, und auf das Zählen muss man sich verlassen können. Und das heißt übrigens, dass man “3…2…1…Catch” zählt, und nicht ” 3………2..1.Catch” oder auch 3.2.1………Catch”. Übung macht’s!

Kurze Randbemerkung: die drei Calls sind nicht das einzige System: Manche callen nur Go oder Melk, und der Tipp passiert als Notlösung. Ähnlich ist der Call “Du” oder “Ich” um zu klären, wer seine Scheibe zuerst bearbeitet. Und diese Person muss dann entweder tippen (und ruft nochmal Tipp, woraufhin Front sich beeilen muss) oder schnell wieder werfen. Beides erfordert etwas mehr von einer der beiden Spieler*innen, entweder muss Back mehr entscheiden, oder Front muss sehr flexibel sein. Dafür muss man aber weniger reden!

Nach dem Escape ist vor dem Angriff

Wichtig: die zuerst geworfene Scheibe nach einem Escape sollte nicht einfach nur schnell rüber (wozu man leider neigt, weil man sich ja beeilt hat), sondern sollte direkt eine Lead sein, damit der Gegenangriff eingeleitet wird! Womit wir wieder beim Ausgangsartikel von vorgestern wären… 🙂