26 Okt

Tipps zur Turnierplanung

Beim Discival gab es vorsichtige Ideen, auch anderswo ein kleines Turnier zu haben – aber natürlich schreckt das auch ab, wenn man nicht so genau weiß, wieviel Arbeit auf einen zukommt.

Ich dachte, ich schreibe aus meinen Erfahrungen aus 5 Jahren Discival mal auf, was ich wichtig finde, damit es möglichst einfach aber auch möglichst gut klappt.

Grundsätzliches

Bevor ich ein bisschen was zu der Turnierdurchführung als solches sage, mag ich in Stichpunkten festhalten, woran man denken sollte:

  • Werbung: Um das Turnier bekannt zu machen, veröffentlicht ihr es am besten hier (Mail an info@doubledisccourt.de), auf Facebook und auf der Wurfpost- und DDC-Mailingliste.
  • Anmeldung: Am wenigsten Wiggel hat man, wenn die Leute sich per Google-Formular eintragen können. Dann hat man alle Angaben schon zusammen (besonders wichtig: Mail-Adressen, um alle erreichen zu können).
  • Verpflegung: Die Leute essen deutlich weniger als man meint, und selbst getrunken wird nicht allzuviel, weil meist jeder sein Wasser mit hat. Bisschen Obst, ein paar Müsliriegel, ein Wasserhahn, mehr braucht es über den Tag gar nicht zwingend.
  • Felder: Man braucht im besten Falle halb so viele Felder wie Teams. Wenn man nur Platz für 4 Felder hat, können maximal 8 Teams antreten und immer spielen. Bei 9 Teams steht immer eins daneben und hat Pause. Flatterband kostet ca. 8€ für 100m, für ein DDC-Feld braucht man 104m (wenn man nur die beiden Courts legt) oder 138m (dann kann man das große Rechteck markieren und zwei Frontlinien setzen).
  • Unterbringung von Gästen: Die Entscheidung für ein Turnier wird leichter, wenn man weiß, wo man schlafen kann. Zimmer vorzuhalten ist optimal, aber mindestens ein Tipp für eine Jugendherberge oder eine Chance zum Zelten ist cool.
  • Zeiten: Je attraktiver das Turnier für Menschen von weiter weg sein soll, umso mehr muss man drauf achten, dass die An- und Abreise gut möglich ist, damit man nicht irre viele Übernachtungen braucht. Ich empfehle bei zwei Tagen, den ersten Tag von 13 – 19 Uhr zu haben, den zweiten von 9 – 15 Uhr. Bei einem Tag geht es eigentlich nur im Fenster von 11 – 16 Uhr.

Jetzt aber zum eigentlichen Turnier!

Zwei Tage Zeit

An zwei Tagen bietet sich an, eine Vorrunde zu spielen (jede mögliche Begegnung der anwesenden Teams) und dann Halbfinale und Finale.

Dafür gibt es auch wirklich praktische Lösungen online, zB http://tournamentscheduler.net, die liefern direkt alle Begegnungen aus. Zum Festhalten der Ergebnisse bevorzuge ich allerdings Papier: hier ist mein Turnierdokument mit Punktebögen für 6 bis 10 Teams.

Je nachdem, wie viel Zeit ihr einplant, kann man jede Begegnung einmal spielen (bis 15 Punkte) oder auch Hin- und Rückrunde (dann eher bis 11 Punkte). Zwei Drittel der Spiele passieren an Tag 1, das letzte Drittel und die Finalspiele am zweiten Tag.

Faustregel zur Zeitplanung: Ein Punkt dauert eine Minute, d.h. ein Spiel bis 15 geht so ungefähr ne halbe Stunde (da sind Auswürfe und Breaks schon eingerechnet). Finalspiele werden ja mit mehreren Sätzen gespielt (offiziell 5, wir bevorzugen 3), die dauern locker 45 bis 60 Minuten!

Ab 12 Teams müsst ihr darüber nachdenken, in zwei Pools zu spielen, und die besten 2 Teams pro Pool kommen ins Halbfinale!

Ein Tag Zeit

Wenn euer Turnier einen Tag Zeit hat, spielt ihr am besten nur nach Punktetabelle: Jede Begegnung einmal, und man vergleicht am Ende die Anzahl der Siege.

Bei gleicher Sieganzahl entscheidet der direkte Vergleich der beteiligten Mannschaften (hat eine von ihnen mehr gegen die anderen gewonnen?), wenn dann immer noch nicht entschieden werden kann, zählt der Nettopunktestand in den Spielen dieser Mannschaften.

Zur Verdeutlichung (es kommt nämlich oft vor, auch am Ende einer Vorrunde zum Finale):

Team A spielt 15:13 gegen Team B

Team B spielt 15:10 gegen Team C

Team C spielt 15:12 gegen Team A

Heißt:

Team A: +2 -3 = -1

Team B: +5 -2 = +3

Team C: -5 +3 = -2

Rangliste ist also B, A, C.

Andere Formate

Wer das ganze ein bisschen aufmischen will: ein Queen/King of the Court (jeder spielt einmal mit jedem) macht viel Spaß, und das Schweizer System ist auch super spannend! Dazu habe ich vor kurzem ein Dokument erstellt, dass einen automatisch da durch führt, das bekommt demnächst auch nochmal seinen eigenen Beitrag.

Turnierregeln

Als kleinen Service hier noch die wichtigsten Turnierregeln, die ich jedes Mal wieder erläutern oder selber nachschauen muss:

  • Die Winkelregel gilt für alle Scheiben, außer für jene, die vorwärts rotieren UND niedriger als 2,5m ins Feld reinkommen. Also flache Roller sind nicht winkelfähig (weil die eh meist ins Aus rollen).
  • Rollende Scheiben können noch doublen (aus Gründen der Fairness, denn sie können auch noch ins Aus gehen)
  • Die möglichen Calls sind
    • Travelling (Spieler läuft mit der Scheibe – beim Catch ergibt sich ein Kreis mit einem Durchmesser von 1m rund um den Spieler, den darf er nicht komplett verlassen)
    • Zeitspiel (das angreifende Team hat bei einem Patt, wo beide Teams die Scheiben halten, 4 Sekunden Zeit, wieder zu werfen)
    • Winkel (offiziell darf eine Scheibe nicht steiler als 30° aufkommen, real gespielt wird meist 45°. Der Call muss vor dem Aufkommen der Scheibe erfolgen)
    • Linienfehler (Ein Spieler berührt die Linie, ohne sie aber zu übertreten)ACHTUNG: Wirft man von außerhalb des Felds, auch nur mit dem kleinen Zeh (übergetreten), ist das kein Call, sondern sofort ein Punkt für den Gegner. Die Scheibe ist sofort tot (erzielt also keine Punkte mehr).
    • ACHTUNG: Wirft man von außerhalb des Felds, auch nur mit dem kleinen Zeh (übergetreten), ist das kein Call, sondern sofort ein Punkt für den Gegner. Die Scheibe ist sofort tot (erzielt also keine Punkte mehr).
  • Wird der Call akzeptiert, wählt das callende Team entweder, die Punkte so zu nehmen, wie sie passiert sind (und damit den Fehler zu ignorieren) oder aber die Regelverletzung offiziell zu machen und den Wechsel zu wiederholen. Bei der dritten offiziellen Regelverletzung und allen danach bekommt das Team, das den Call macht, sofort einen Punkt.
  • Sollten sich tatsächlich mal zwei Scheiben in der Luft treffen, gibt es Punkte für alle Scheiben, die in einem Court landen. Man will also fangen. Es wird kein Double gescored und es wird nicht weitergespielt. Wenn die Scheiben also im Aus landen oder im Court gefangen werden, passiert gar nichts (extrem überflüssige Regel!).

Alle Dokumente zur Turnierdurchführung sammle ich jetzt übrigens auch auf einer eigenen Seite mit Spielplänen!

Hab ich noch was vergessen? Gibt es noch Fragen? Schreibt gern in die Kommentare!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.